In diesem Jahr hat eine Vielzahl von bedeutenden Ereignissen für die Europäische Union stattgefunden. Am 2. und 3. April haben wir unsere Europäischen Aktionstage abgehalten. Gekennzeichnet waren diese durch mehrere Initiativen in Brüssel und in den Ländern, in denen unsere Mitgliedsorganisationen vertreten sind. Seit dem 1. Mai zählt die Europäische Union 25 Länder und über 456 Millionen Bürger. Im Juni haben die Europawahlen das Europäische Parlament erneuert. Fortan sind darin auch die zehn neuen Länder repräsentiert. In dieser Zeit haben wir unsere Kampagne „Europa sind wir!“ erarbeitet. In diesem Rahmen haben wir eine Bittschrift gestartet und die Verantwortlichen der europäischen politischen Parteien getroffen, um den Beitrag der 80 Millionen Rentner zur Qualität der europäischen Demokratie hervorzuheben. Im Juni hat die Unterzeichnung der „Europäischen Verfassung“ durch die Staats- und Regierungschefs eine neue Phase im Leben der Union eröffnet. Der Exekutivausschuss der FERPA von September betrachtete die „Verfassung“ als Verbesserung gegenüber den derzeitigen Verträgen; wir wollen Begegnungen und Debatten organisieren und Initiativen ergreifen, damit die Rentnerinnen und Rentner die Verfassung in Erfahrung bringen und als Protagonisten auftreten können. Im September hat die FERPA-Frauenversammlung auf der Grundlage einer tiefgreifenden Untersuchung zu den europäischen Verträgen die Rechte der Frauen in Europa sowie deren Entwicklung – u.a. durch die Einbindung der Charta von Nizza als zweiten Bestandteil der Europäischen Verfassung – erörtert. Der Exekutivausschuss von September hat beschlossen, die Initiative der FERPA gegen den Entwurf der Bolkestein-Richtlinie zu vertiefen, und er hat sich zugunsten einer Gewerkschaftskundgebung der Rentner im Frühjahr 2005 in Brüssel geäußert. Im Oktober haben wir die europäischen Einrichtungen im Rahmen des Internationalen Tages der älteren Menschen auf die Lebensbedingungen der Rentner und älteren Menschen in Europa aufmerksam gemacht und die erforderlichen Instrumente zur Erlangung des Rechts auf aktive Mitwirkung am Gesellschaftsleben gemäß Art. II-25 der Europäischen Verfassung und der Empfehlung der internationalen Einrichtungen gefordert. Im November hat eine wichtige Sitzung mit dem Ziel stattgefunden, die Zusammenarbeit mit den Rentnergewerkschaften aus den Balkanstaaten, die Mitwirkung an der Konferenz des niederländischen Vorsitzes der Union zu den Rentenfonds sowie die Kontakte zu den Europaabgeordneten zu festigen. Im Dezember steht die Teilnahme an der Kundgebung gegen den Entwurf der Bolkenstein-Richtlinie in Brüssel und der 5. Begegnung der Rentnergewerkschaften des Mittelmeerbeckens auf Korsika auf dem Programm. Dieses Jahr haben mehrere unserer Mitgliedsorganisationen ihre Kongresse abgehalten: CC.OO Pensionistas im Juni, PRO im September, CGTP-IN und die CFTC Retraités im November… Im Mai haben die englischen Rentner, u.a. auch unsere Mitgliedsorganisationen das „Pensioner’s Parliament 2005“ in Blackpool abgehalten. Schwerpunkt war eine überaus interessante Forderungsplattform. Neue Organisationen erweitern die FERPA als effektive Mitglieder: die Gewerkschaft der kroatischen Rentner (SUH) sowie die Gewerkschaft der slowenischen Rentner (SUS). Die bilateralen Beziehungen zwischen unseren Organisation haben sich vertieft, wie die reichhaltige Seminar- und Konferenzserie im Laufe des Jahres zeigt. Einige Kameraden mussten (aus Altersgründen) Ihr aktives Engagement bei der FERPA einstellen, aber sie sind nach wie vor unserem Kampf zugunsten der Würde der Rentner und älteren Menschen verschrieben. Inzwischen haben sich uns neue Aktivisten und Führungspersönlichkeiten angeschlossen, um über die alltägliche Arbeit ein sozialeres und solidarischeres Europa aufzubauen. Unsere Planung für das Jahr 2005 füllt sich allmählich, während wir an der Verbesserung der Internetsite der FERPA arbeiten. Wir wollen jedoch einen Augenblick innehalten, um Ihnen allen für Ihre aktive Mitwirkung und Ihren tatkräftigen Beitrag zur FERPA, ihren Initiativen und ihrem Kampf zu danken. 2005 werden wir fortfahren und dafür eintreten, dass es uns gemeinsam noch besser gelingt, unseren Initiativen zugunsten der Rentner, die der FERPA, „ihrer europäischen Organisation“, vertrauen, mehr Effizienz zuzusichern.
Luigina De Santis, Generalsekretärin Josette Neunez, Präsidentin Myriam, Mitarbeiterin der FERPA
FERPA-Frauenversammlung Schlussentschließung
Die am 24. und 25. September 2004 in Brüssel abgehaltene FERPA-Frauenversammlung ist mit dem EU-Beitritt der zehn neuen Mitgliedsländer zufrieden. Die Versammlung ist der Auffassung, dass die neue europäische Verfassung einen historischen Schritt hin zu einem Vereinten Europa darstellt, und sie schätzt vor allem die Verfassungspunkte, die die Grundsätze und Rechte in Sachen Geschlechtergleichstellung festlegen und bislang nie derart unmissverständlich zum Ausdruck gebracht worden sind. Die FERPA-Frauen werden nun dafür eintreten, dass sich eine konkrete Verbesserung des Lebens der europäischen Frauen aller Altersklassen feststellen lässt, sobald schriftliche Verpflichtungen vorliegen. Mit diesem Ziel beschließen sie, sich in allen Ländern der Union zu mobilisieren, um den Internationalen Frauentag am 8. März 2005 der Präsentation einer Charta der Rechte der älteren europäischen Frauen auf der Grundlage der Grundwerte zu widmen: Rechte, soziale Gerechtigkeit, Toleranz, Frieden, gegenseitiger Respekt. Dieses Engagement fordert Initiativen seitens der Rentnergewerkschaften gegenüber den regionalen, nationalen und europäischen Einrichtungen, damit den älteren Frauen die Anerkennung ihres Rechtes, ihre Rolle im neuen Europa voll und ganz zum Tragen zu bringen, zuteil wird. In allen europäischen Ländern bedarf es einer Stärkung der politischen Initiative zur Übertragung der Gleichheit und aktiven Mitwirkung der Frauen auf alle Ebenen der Einrichtungen, der politischen Parteien und der Sozialorganisationen, indem das Anrecht auf eine aktive Bürgerschaft der Frauen für eine echte allgemeine Demokratie erzielt wird. Damit ihre Forderungen glaubwürdig sind, müssen die Gewerkschaften in erster Linie in der Lage sein, in ihren Strukturen angemessene Bereiche zur Förderung der konkreten Präsenz und Initiative der Frauen einzurichten. Wir setzen uns dafür ein, dass die von den Frauen zum Ausdruck gebrachten Forderungen ebenso wie jede andere Forderung würdig und gleichberechtigt behandelt werden. Genau das interessiert die FERPA-Frauen. Die nationalen und europäischen Einrichtungen, die politischen Parteien und die großen Sozialorganisationen messen den Problemen und Lebensbedingungen der Frauen über 55 Jahre nicht die gebotene Bedeutung bei. Diese Frauen, von denen Europa Dutzende Millionen zählt, bilden gegenwärtig keine homogene Gruppe; sie stellen Forderungen, und sie haben unterschiedliche Erwartungen. Der tiefgreifende Wandel der Gesellschaftsstruktur im zwanzigsten Jahrhundert hat bedeutende Unterschiede nach sich gezogen, von denen die älteren Menschen nicht verschont geblieben sind. Die FERPA-Frauenversammlung ist der Auffassung, dass es in allen Mitgliedsorganisationen der FERPA Anstrengungen bedarf, um den Frauen und ihren Forderungen mehr Sichtbarkeit zu verleihen, so dass ihre Erfahrungen und Vorschläge dem gemeinsamen Erfahrungsschatz der FERPA und mehr noch dem Frauenausschuss zugute kommen.
Die Frauenversammlung schlägt die folgenden positiven Maßnahmen vor:
Initiativen, um die Frauen durch die Förderung ihrer aktiven und partizipativen Präsenz an die Gewerkschaftsorganisationen heranzuführen;
Initiativen zur Bekämpfung des zunehmenden Phänomens der Gewalt an älteren Menschen anhand besserer Kenntnisse, der aufmerksamen Bewertung des Problems und der Vorlage von Verordnungs- und Gesetzesvorschlägen, die diesem Phänomen entgegenwirken können;
Von den europäischen und nationalen Einrichtung geschaffene Politiken und Initiativen zur Bekämpfung der Armut, von der vor allem ältere Frauen betroffen sind. Dazu müssen die traditionellen Forderungsziele der FERPA erreicht werden, d.h. würdige Mindesteinkommen, Nichtdiskriminierung in Sachen Rente, Verteidigung der Kaufkraft der Rentner sowie Stärkung der Sozial- und Gesundheitsdienste;
Es bedarf Umfragen und Forschungsarbeiten in den verschiedenen Ländern, um den wirtschaftlichen Wert der Familienarbeit dieser Frauen messbar zu machen, indem diese auf dem Gebiet der Sozialbeiträge und der Wirtschaftsunterstützung anerkannt wird;
Man muss die Lebensberichte und die Erinnerungen der europäischen Frauen, die den Aufbau der neuen Europäischen Union erlebt und maßgeblich beeinflusst haben, berücksichtigen und aufwerten;
Frauen, einschließlich Migrantinnen und Frauen außerhalb der Gemeinschaft ist Zugang zu lebenslanger Bildung zu gewährleisten (zum Beispiel Alphabetisierung und Kenntnisse zum Gastland), um den Prozess der sozialen Eingliederung voranzutreiben;
Es bedarf konkreter Initiativen zur zunehmenden Unterstützung und Anhörung der Migrantinnen, die gerade erst in unsere europäischen Länder gekommen sind oder bereits dort sind, um die häusliche Betreuung von pflegebedürftigen Personen zu gewährleisten; denn diese Migrantinnen sind heute selber ältere Frauen;
Es bedarf Initiativen zur Förderung des Friedens, der Solidarität zwischen den Völkern und mit den Entwicklungsländern sowie aller Formen von Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit, damit die Europäische Union zu einem wirklichen Bezugs- und Gleichgewichtspunkt auf der internationalen Bühne wird;
Jede Quelle von Krieg und Terrorismus ist zu ve rurteilen.
Bitte vormerken 2004
14. Dezember: FERPA-Finanzkommission
2005
1. Halbjahr 2005: EU-Vorsitz in Luxemburg
18. Januar : FERPA-Lenkungsausschuss
9. Februar : FERPA-Frauenausschuss
9. Februar : Lenkungsausschuss
10.-11. Februar : FERPA-Exekutivausschuss
19. März : Vom letzten Exekutivausschuss des EGB beschlossene europäische Kundgebung in Brüssel